Feb 272018
 

Von Leander Magney

Neben Konzerten, einem Intensivkurs und Workshops zu aufführungspraktischen oder stimmbildnerischen Aspekten bot Chor@Berlin 2018 auch Seminare für ChorleiterInnen und ChormanagerInnen an, die ihren Chor einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren wollen. Mit hilfreichen Praxistipps in der Tasche kamen Frank Hallmann und Manuel Dengler zu ihren Workshops „Leitfaden CD-Produktion“ und „Social Media für Vokalkünstler“. Frank Hallmann (Foto), Geschäftsführer des Labels Rondeau Production, stellte zusammen mit Hans-Joachim Lustig, dem Leiter des Kammerchores I Vocalisti, den Prozess einer CD-Aufnahme vor. Im Workshop zum Umgang mit Sozialen Medien in Sachen Marketing für VokalkünstlerInnen und Chöre erläuterte Manuel Dengler, Geschäftsführer der Berliner Kreativagentur even.aducated, Ansätze, wie Chöre ihre Präsenz in Sozialen Medien aufbauen und verwalten können.

Am Freitagnachmittag erklärte Frank Hallmann die wichtigen Schritte in der CD-Produktion, von Idee- und Repertoireentwicklung über Finanzierung, Aufnahme und Artwork bis hin zu Pressearbeit und Marketing. Schon bei der Werkauswahl müsse man wohlüberlegt vorgehen, so Hallmann: Ein ausgefalleneres Repertoire mit Alleinstellungsmerkmal lasse sich besser vermarkten als Lieder und Programme, die schon vielfach erschienen sind. Ebenso wichtig ist ein aussagekräftiges CD-Cover, da dieses in der Regel den ersten Eindruck prägt und noch vor dem Kauf potenzielle HörerInnen abschrecken oder für sich gewinnen kann.

Die Finanzierung einer CD-Produktion stellt sich in der Regel aus verschiedenen Quellen zusammen, wie etwa dem eigenen Chorbudget, den CD-Verkäufen selbst, Sponsorengelder oder, wenn der Chor bereits über eine beachtliche Basishörerschaft verfügt, auch über Crowdfunding. Wenn es dann endlich zur Aufnahme der CD kommt, muss zusammen mit dem Tontechniker die Raumwahl, Mirkofonpositionierung, Choraufstellung und nach der Aufnahme noch die Postproduktion geklärt werden.

Bevor die CD verkauft werden kann, sollten rechtliche Belange aus dem Weg geräumt werden, wie etwa die Freigabe des Repertoires durch Autorengesellschaften. In der Regel kümmert sich ein Label um diese Angelegenheiten – wer die Dinge selbst in die Hand nehmen möchte, sollte hierauf besonderes Augenmerk legen. Den Vertriebsmöglichkeiten sind dann von Verkauf bei Konzerten über Onlineshops bis hin zu Streamingdiensten kaum Grenzen gesetzt.

Wer sich für seinen Chor eine größere Reichweite über KonzertbesucherInnen hinaus erarbeiten möchte, konnte viel aus dem von Manuel Dengler geleiteten Workshop zur Präsenz von VokalkünstlerInnen in Sozialen Medien schöpfen. Auch hier sollte im Voraus ein Konzept entworfen und nicht einfach drauflos gepostet werden. Grundsätzlich sollte jeder Post mit einem Video oder Bild versehen werden, da reine Textbeiträge oftmals überlesen werden.

Sich auf eine Zielgruppe zu fokussieren, helfe zudem dabei, sich im richtigen Netzwerk bekannter zu machen und Interessierte anzusprechen. Analysetools wie beispielsweise „Insights“ bei Facebook bieten detaillierte Informationen über die jeweilige Zielgruppe der Plattform, auf der man postet. Anhand von Beispielen eigener Kunden und weltbekannter Sportvereine erklärte der Workshopleiter die Vorteile kreativer Social-Media-Kampagnen, die mit Witz und Interaktionsmöglichkeiten für NutzerInnen viral gegangen sind, und das System hinter der bezahlten Platzierung von Posts, die über diesen Weg eine bestimmte Zielgruppe erreichen.

Am wichtigsten sei schließlich das regelmäßige Posten in den Sozialen Medien, denn wie auch in der analogen Welt lebt die digitale von stetigen Auftritten.

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