Feb 132014
 

Am Donnerstagmorgen ist die vierte Auflage des Vokalfestes Chor@Berlin vom Deutschen Chorverband gestartet. Bis Sonntag erlebt das Radialsystem V in Berlin Konzerte, Workshops und Diskussionsrunden – und das nach der erfolgreichen Premiere des Festivals im Jahr 2011 bereits zum vierten Mal. Bevor heute Abend mit dem britischen, weltweit gefeierten Vokalensemble Voces8 ein echter Hochkaräter das Eröffnungskonzert bestreitet, wurde im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche St.Petri-St.Marien in Berlin-Mitte und am Nachmittag im Radialsystem bereits gearbeitet: Michael Betzner-Brandt (Foto) bat zu den ersten beiden Einheiten seines Intensivkurses Chordirigieren. Unser kurzer Videoclip bietet einen Eindruck aus dem Kurs.

Der Intensivkurs Chordirigieren hat bei Chor@Berlin bereits Tradition, in diesem Jahr wird er erstmals für die Leiterinnen und Leiter von Pop-Jazz-Chören angeboten.Betzner-Brandt, der als Studiochor den Pop-Jazz-Chor der Universität der Künste Berlin, die Fabulous Fridays, mitgebracht hat, unterteilt den Kurs in drei Teile: Zum einen sollten die aktiven TeilnehmerInnen im Vorfeld ein Stück der Fabulous Fridays vorbereiten, um während des Kurses intensiv an diesem arbeiten können. Dieser erste Teil dient der interpretatorischen Arbeit, dem Hören, Analysieren und der Dirigiertechnik.

Foto: SchalzFür den zweiten Programmpunkt haben die BewerberInnen eine Komposition oder ein Arrangement eingereicht, das sie aus der Arbeit mit ihren Chören kennen und an dem sie gerne arbeiten würden. Hier stehen Einstudierung, Probenarbeit und interpretatorische Arbeit im Fokus. Zu guter Letzt sollte die Bewerbung ein eigenes kleines Stück oder auch kompositorisches Fragment beinhalten, das dann gemeinsam im Kurs entwickelt wird und dementsprechend viel Freiraum für Improvisation und Kommunikation bietet. Das Thema ist offen, doch anbetracht der knappen Kurszeit gilt: Kurz, knackig und auf den Punkt!

DSC00047Knackig und auf den Punkt präsentierte sich Betzner-Brandt den rund 20 aktiven und passiven TeilnehmerInnen auch am ersten Tag des Kurses – wobei „passiv“ nicht wörtlich zu nehmen ist, da alle zumindest als SängerInnen gefordert waren. Unter ihnen verteilte der Kursleiter immer wieder Funktionen, die bestimmte Aufgaben beinhalteten: Da gibt es „Hausmeister“, die beim gemeinsamen Improvisieren die musikalischen Themen vorgeben, oder auch „Botschafter“, die solche Themen dann in die verschiedenen Stimmgruppen weitertragen.

Betzner-Brandt, der bereits verschiedene Lehrwerke zum Thema Circle Songs veröffentlicht hat, betont dabei immer wieder, dass gerade bei der Improvisation die klaren Zeichen und Ansagen des Dirigenten besonders wichtig sind: Unklare, für die SängerInnen schwer interpretierbare Handbewegungen sind genauso fatal wie zu späte Einsätze. Bei aller Spontanität gilt: Struktur muss sein. Übrigens: Am Sonntag sind die TeilnehmerInnen und Teilnehmer des Kurses im Abschlusskonzert mit den Fabulous Fridays im Radialsystem zu erleben.

Einen kleinen Einblick in die Arbeit im Kurs bietet unser Video-Clip, in dem zunächst eine Teilnehmerin die Gruppe dirigiert und Betzner-Brandt im Anschluss Manöverkritik übt:

 

 

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