Sep 142013
 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch am zweiten chor.com-Tag waren die Themen der Workshops so vielfältig wie die Chormusik selbst. Während in einem Raum in die aus Dänemark kommende Complete Vocal Technique eingeführt wurde, ging es in anderen Kursen um Headarrangements oder auch um singende Fledermäuse kurz nach dem Aufwachen im Workshop von Erik Sohn (Foto). Hier ein paar Eindrücke in Wort, Ton und Bild.

Im Dirigierkurs „Populäre Musik“ bei Erik Sohn müssen die vier jungen Meisterschüler gewohnte Dirigiertechniken über Bord werfen und das Musikstück – in diesem Fall „In My Life“ von den Beatles – empfinden lernen. Der Chor soll so alleine durch Beobachtung die Stimmung, die der Chorleiter von ihnen erwartet, ablesen können: „Wenn man Gestik, Mimik und Körperhaltung nicht einsetzt, singt der Chor wie Fledermäuse nach dem Aufwachen.“ Wie gut das funktioniert, zeigt die schöne Umsetzung durch die Sänger des Studierendenchors der Hochschule für Musik und Tanz Köln, die durch ihre Zusammenarbeit mit Erik Sohn, wie er anmerkt, natürlich gut „trainiert“ sind. Hier ein Blick in den Kurs von Freitagnachmittag:

chor.com 2013: Workshop mit Erik Sohn from Deutscher Chorverband on Vimeo.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAJuan M. V. Garcia (Foto, rechts) zeigt in „Headarrangements – Singen mit Köpfchen“ den Teilnehmern, wie sie ohne Noten mit ihrem Chor arbeiten können. Diese Art der Chorarbeit kommt, genau wie der Dozent, aus der Jazzszene. Die Konzentration liegt so nicht auf dem Notenmaterial, sondern auf Chorleiter, Mitsängern und der Musik selbst – das schult das Gehör und die Improvisationsfähigkeiten. Auch wie man für Lieder oder in Konzerten außergewöhnliche Intros voranstellen kann, wird vermittelt. Sie sind eine gute Methode, um Nervosität vor dem Einsatz abzubauen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm Workshop „Complete Vocal Technique  —  das Geheimnis des skadinavischen Popchorklangs“ stellen Alexandra Kumant und Julia Schönleiter (Foto) vier Stimmtechniken vor, die ursprünglich aus Dänemark kommen und hinter den Erfolgen skandinavischer Chöre wie VocalLine stecken. Denn so klinge der Gesang nicht nur gut, sondern schone gleichzeitig die Stimme. Bei den vier definierten Klängen handelt es sich um Neutral, Curving, Overdrive und Edge, die sich einfach gesagt von Kopf- nach Brusstimme und damit von leise nach laut entwickeln. Auf der letzten Stufe wird dann ein Klang erreicht, der an „Babygeschrei oder Enten“ oder auch an den dritten Ruf zum „Eeesseeen“ und der tatsächlich im Musical- und Gospelgesang und bei Heldentenören vorkommt.

Text: Susanne Gerster

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