Sep 142013
 

DSC00100Wie schon vor der chor.com-Premiere 2011 wurde auch in diesem Jahr im Vorfeld des Branchentreffs wieder ein Kompositionswettbewerb vom Deutschen Chorverband und dem Helbling Verlag ausgeschrieben. Dieses Mal lautete der Aufruf „Gebt uns Weihnachtsnoten!“ Heute Mittag wurden dann jeweils der erste bis dritte Preis in den Kategorien Arrangement und Komposition an die insgesamt acht Preisträger verliehen. In der Jury saßen neben Thorsten Weber vom Helbling Verlag und DCV-Geschäftsführer Moritz Puschke auch Anne Kohler und Jan Schumacher. Bei der Verleihung nannte Moritz Puschke den Helbling Verlag einen „ideell verrückten“ Partner, und nur mit einem solchen sei dieser Wettbewerb möglich. Dazu passt, dass der Verlag das Preisgeld im Nachhinein kurzerhand verdoppelte, um in beiden Kategorien Auszeichnungen vergeben zu können.

Kompositionswettbewerb

Von links nach rechts: Marie-Helene Petzold und Moritz Puschke vom Deutschen Chorverband, die Preisträger Martin Jaunich, Kai Koch, Björn Mummert, Johannes Söllner, Jan Wilke, Simon Kubisch und Indra Tedjasukmana sowie Thorsten Weber vom Helbling Verlag

In der Kategorie Arrangement ging der dritte Preis an Kai Koch für seine Fassung des traditionellen englischen Weihnachtslied „The Holly and the Ivy“ für Männerchor. Den Anlass zum Stück gaben ihm die Männer in seinem Heimatchor, die sich den Frauen gegenüber vernachlässigt fühlten, weil diese an Weihnachten Stück für Frauenchor von John Rutter singen durften. Koch ist Musiklehrer in Münster. Martin Jaunich erhielt den zweiten Preis für sein Arrangement von John F. Wades „Oh Come, All Ye Faithful“. Der Wahlberliner, der sich eher Chorsänger als Chorleiter nennt, verbindet in seinem Arrangement Klassik mit Moderne und Jazzharmonik.

Den ersten Platz teilen sich Winnie Brückner aus Berlin und Johannes Söllner für „Veni, veni Emmanuel“ und „Oh du groovige“. Erstere konnte leider nicht bis zur Preisverleihung auf der chor.com bleiben. Ihr Arrangement eines traditionellen Hymnus aus dem Mittelalter richtet sich an Frauenchöre. Johannes Söllner ist nach seinem Studium der Schulmusik in Freiburg als freiberuflicher Musiker tätig. Um dem „Totsingen“ von Weihnachtsliedern entgegenzuwirken, hat er das altbekannte „Oh, du fröhliche“ groovig mit Rap-Mittelteil arrangiert, so dass der Chor „gar nicht anders kann als mit Frrreude (so ist das „Freue“ bei ihm tatsächlich notiert, die Redaktion) zu singen“.

Auch der dritte Preis in der Kategorie Komposition wurde gleich zweimal vergeben: An Indra Tedjasukmana aus Dortmund für „This is Christmas Time“ und Simon Kubisch aus Weimar für „Little Christmas Request“. Indra Tedjasukmana ist unter anderem Dozent an der Musikhochschule in Weimar, wo er selbst studiert hat. In seinem melancholischen Poplied geht es um einen jungen Mann, der jedes Jahr an Weihnachten darauf hofft und wartet, dass seine Liebste wiederkehrt. Das Stück, so sagt er selbst, ist mainstreamtauglich und leicht zu singen. Auch Simon Kubischs Beitrag ist ein Popsong, jedoch nicht melancholisch, sondern eher romantisch und swingend.

Der zweite Preis ging an Björn Mummert aus Schleswig für „Ding-e-ling ding, It’s Christmas“. Über sein Stück sagt er, es sei einfacher als es aussehe: „Die größte Hürde ist der 7/8-Takt, wenn der erst mal drin ist, kann man das Ganze vom Blatt singen.“ Auch Jan Wilke, der Gewinner des ersten Preises, verwendet in seiner für Männerchor geschriebenen Motette „O magnum mysterium“ den 7/8-Takt im rhythmisch bewegten zweiten Teil des Stückes, der auf einen Anfang in weichen und mystischen Farben folgt. Mit dieser bunt gemischten Auswahl an neuen Stücken können sich Chöre in diesem oder im kommenden Jahr auf spannende Vorweihnachtsproben im beschwingten 7/8 Takt freuen.

Text: Susanne Gerster

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